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Preview: Wir und die anderen

Wie In-Group- und Out-Group-Dynamiken den Führungsalltag prägen


Wer einmal in einer Organisation gearbeitet hat, kennt das Phänomen.

Es gibt Abteilungen, die sich gegenseitig misstrauen, obwohl sie an demselben Ziel arbeiten.

Es gibt Teams, die ihre eigenen Mitglieder differenziert wahrnehmen und alle anderen pauschal beurteilen.

Es gibt Stamm-Mitarbeitende, die für neue Kollegen unsichtbare Linien ziehen, obwohl es niemand offiziell tut.

Es gibt Vertriebler, die über Marketing nur die Augen verdrehen, und Marketingleute, die Vertriebler für oberflächlich halten.


Diese Dynamiken sind so alltäglich, dass wir sie meist nicht mehr bemerken. Sie werden zu einem Hintergrundrauschen, das wir als gegeben hinnehmen. Wer sich aber die Mühe macht, sie genauer anzuschauen, erkennt eine erstaunliche Regelmäßigkeit. Sie folgen Mustern, die sich in den unterschiedlichsten Organisationen wiederholen. Und sie haben eine wissenschaftliche Erklärung, die seit über vierzig Jahren immer wieder bestätigt wurde.


Was wir hier beobachten, ist das, was die Sozialpsychologie als In-Group- und Out-Group-Dynamik bezeichnet. Sie ist eine der grundlegenden Operationen, mit denen unser Gehirn die soziale Welt strukturiert. Sie ist nicht eine Schwäche einzelner Personen oder Organisationen, sondern eine kognitive Grundausstattung des Menschen. Wer sie verstehen will, muss zuerst akzeptieren, dass sie nicht abgeschaltet werden kann. Wer sie gestalten will, muss verstehen, wie sie wirkt.


Dieser Beitrag entfaltet das Thema in drei Schritten. Zuerst die wissenschaftliche Grundlage. Dann die typischen Ausprägungen im Führungsalltag. Und schließlich die Frage, was Führungskräfte konkret tun können.


Die wissenschaftliche Grundlage


... ab hier geht dieser Beitrag in die Tiefe. Im weiteren Verlauf lesen Sie, was Henri Tajfels berühmtes Minimal Group Paradigm darüber zeigt, wie wenig Anlass es braucht, damit Gruppen einander misstrauen.

Welche kognitiven Mechanismen die Wahrnehmung der Out-Group als undifferenzierte Masse erklären, und was Patricia Linvilles Forschung dazu beigetragen hat.

Wie sich In-Group/Out-Group-Dynamiken in Abteilungskonkurrenz, Cliquen, der Stamm-Neuanmeldung-Dynamik und Beförderungsentscheidungen konkret zeigen.

Und welche drei Hebel die Forschung um Thomas Pettigrew identifiziert hat, mit denen sich diese Dynamiken nicht abschalten, aber wirksam gestalten lassen.


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